Attraktiver ÖPNV, Demonstrationsrecht und Hammelsprung: Selmer Nico Krancz erlebt Politik hautnah

Hoch her ging es in diesem Jahr beim Jugend-Landtag NRW. Und mittendrin war Nico Krancz. Der 20-jährige Selmer durfte nämlich den SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Schmeltzer beim 10. Jugend-Landtag in Düsseldorf vertreten. Gemeinsam mit 198 weiteren jungen Vertreterinnen und Vertretern der NRW-Abgeordneten erlebte er im Rahmen des jährlichen Planspiels hautnah den Arbeitsalltag eines Politikers im Landtag. Und das ist durchaus wörtlich zu verstehen. Denn an Diskussionsfreude und politischen Auseinandersetzungen standen die jungen Erwachsenen den gewählten Volksvertretern in nichts nach.

Nico Krancz: „Man ist in den drei Tagen aus der eigenen Haut gekommen.“

So gab es neben einem Hammelsprung auch überraschende Abstimmungsverhalten manch einer Fraktion. So hätte beispielsweise die Grünen-Fraktion zunächst Zustimmung signalisiert für einen SPD-Antrag für ein Demonstrationsrecht während der Schulzeit, sich dann aber doch enthalten, erzählt Krancz. Erstaunt habe ihn auch, wie oft Vertreter von der CDU und FDP mit der AfD-Fraktion gestimmt hätten. „Die gute Sache ist, dass man aus seiner eigenen Haut gekommen ist in den drei Tagen“, sagt Krancz. „Man hat verstanden wie andere Leute argumentieren, die einen anderen Standpunkt vertreten als man selbst.“

Krancz selbst lag das Thema „ÖPNV“ besonders am Herzen. „Uns war es wichtig, den ÖPNV – besonders in ländlichen Gebieten, aber auch in der Stadt – attraktiver zu machen. Denn wenn der Bus nur einmal in der Stunde fährt, nehmen viele lieber das Auto“, erläutert Krancz. Eine Idee sei es gewesen, Knotenpunkte für den ländlichen Raum zu schaffen, die von Taxi-Bussen angefahren werden würden. Auch die Zusammenführung aller Verkehrsbünde in einen landesweiten Verkehrsbund fand die Zustimmung des Jugend-Landtags.

Ein Verkehrsverbund für ganz Nordrhein-Westfalen

Schmeltzer würdigte die Arbeit der Jugendlichen. „Ausweitung des ÖPNV und ein Verbund für Nordrhein-Westfalen. Das passt in die heutige Zeit. Das ist ein Thema, das auch wir diskutieren“, so Schmeltzer, der versprach: „Die Anträge des Jugend-Landtags sind nicht nur Spaß. Sie werden im Hauptausschuss diskutiert. Und ich habe auch schon erlebt, dass die Anträge im Plenum debattiert wurden. Der Jugendlandtag ist seit einigen Jahren eine gute Möglichkeit Politik live zu erleben, statt nur von außen zu bewerten.“

Krancz – selbst im Jugendparlament in Selm aktiv – war zufrieden mit seinem Erlebnis in Düsseldorf: „Wie werden Anträge geschrieben? Wie wird vernünftig diskutiert? Wenn man das erlernen will und vor allem wenn man das Parlament einmal nicht nur von außen erleben möchte, kann ich es nur empfehlen.“