30 Jahre ZWAR in Lünen – Gruppen wehren sich gegen Streichung der Landesmittel

ZWAR

Eine aktive Seniorenpolitik fängt nicht erst im Seniorenzentrum an. Dies betonten die SPD-Landtagsabgeordneten Anja Butschkau und Rainer Schmeltzer jetzt in einem gemeinsamen Treffen mit den Sprecherinnen und Sprechern der Lüner ZWAR-Gruppen. Gemeinsam wollen sie sich gegen die Pläne der NRW-Regierung wehren, die Landesmittel für ZWAR komplett zu streichen.

„ZWAR“ steht für „Zwischen Arbeit und Ruhestand“. Die seit 1984 durch das Land NRW geförderte Initiative bringt vor Ort Frauen und Männer jenseits der 50 zusammen, um das Ausscheiden aus dem Arbeitsleben zu erleichtern und den Ruhestand gemeinsam selbstbestimmt zu gestalten. In Lünen hat ZWAR eine lange Tradition. Seit 30 Jahren gibt es Gruppen in Brambauer, Horstmar/Niederaden, Lünen-Nord/Wethmar, Lünen-Süd/Gahmen und in der Geist.

Die Sprecherinnen und Sprecher der ZWAR-Gruppen berichteten den Abgeordneten von ihren Erfahrungen in Lünen. Gute Beispiele sind die Holzgruppe an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule oder auch eine Malgruppe. Man binde sich bei ZWAR nicht an einen Verein, sondern nimmt ganz unverbindlich teil. Bei ZWAR geht es um Selbstwertgefühl, Eigenverantwortung und soziale Teilhabe älter werdender Menschen, aber auch um die Stärkung sozialer Bindungen vor Ort beim Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand.

 

Riesiges Interesse bei Neugründung in Werne

Habe sich eine Gruppe erst einmal gegründet, so ändern sich die Treffen natürlich mit der Zeit, wie die ZWARler berichteten. Teilnehmer werden älter, Interessen und Fähigkeiten wandeln sich. Gerade deshalb sind auch Hauptamtliche gefragt, um dabei zu helfen, neue Projektgruppen zusätzlich zu bestehenden Gruppen aufzubauen. Erst kürzlich stieß die Neugründung eines ZWAR-Netzwerks in Lünens Nachbarstadt Werne auf riesiges Interesse. „Das geht mit der Streichung der ZWAR-Mittel für die hauptamtliche Zentralstelle in Dortmund verloren“, warnt Schmeltzer.

„ZWAR ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Menschen, die älter werden“, sagte die Dortmunder Abgeordnete Butschkau, Mitglied des Landtagsausschusses Arbeit, Gesundheit und Soziales. „Doch Minister Karl-Josef Laumann plane die Streichung sämtlicher Landesmittel für ZWAR, jährlich 600.000 Euro, und das trotz sprudelnder Steuereinnahmen.“ Und nicht nur das: Auch die Landesförderung für das Institut für Gerontologie an der TU Dortmund, welches die Auswirkungen des gesamtgesellschaftlichen Alterns auf das gemeinsame Leben und Arbeiten erforscht, wird komplett auf null herunter gefahren.

 

Petition unterstützen

Die ZWAR-Sprecherinnen und Sprecher aus Lünen und die Landtagsabgeordneten Butschkau und Schmeltzer waren sich einig, den Druck auf die Landesregierung erhöhen zu wollen. So soll es einen Aktionstag ZWAR in diesem Herbst in Lünen geben, in dem die Lüner Gruppen für die Rücknahme der Streichung der Landemittel, aber auch für sich selbst werben wollen. Außerdem unterstützen sie die Petition zur Erhaltung der Förderung der ZWAR.

In einer Online-Petition haben bereits mehr als 6.000 Menschen unterschrieben. Wer die Petition unterstützen möchte, kann sich im Internet unter www.zwar-ev.de informieren oder direkt online unterschreiben: HIER KLICKEN.